Bild: (v. li.) Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke, Christoph Hölzer und Frank Herhaus mit Kindern der Grundschule aus Blecher bei der Vorstellung des Naturmobils.
Bildquelle: Rheinisch-Bergischer Kreis
Das Bergische Naturmobil wird gefördert durch:

Bergisches Naturmobil im Einsatz

Mit dem Naturmobil Wald, Wiese und Wasser intensiv erleben – Schüler aus Blecher entdeckten und erforschten die Dhünn – Nachhaltiges Lernen vor Ort

Pressemitteilung vom 28.04.2015

In der Dhünn bei Altenberg befinden sich Dreieckskopfstrudelwürmer – und das ist auch gut so. Denn wenn sich diese Tierchen im Wasser tummeln, kann man auf eine gute Wasserqualität schließen. Auf die Schliche kamen den Dhünn-Bewohnern Schüler der Katholischen Grundschule Burg Berge in Blecher, die mit dem Bergischen Naturmobil an der Dhünn eine ganze Reihe von Experimenten durchführten. Das Bergische Naturmobil können ab jetzt alle Klassen von der zweiten bis zur zehnten Jahrgangsstufe nutzen, um vielen Geheimnissen der Natur auf den Grund zu gehen. Mit dem bunten Bus und seinen vielfältigen Forschungsinstrumenten lernen Schüler dort, wo es etwas zu sehen und zu erleben gibt – nämlich mitten in der Natur. Vor Ort lassen sich der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur, ihre vielen Facetten und ihre Bedeutung viel besser erforschen als im Klassenzimmer. Es wird untersucht, welche Tiere im Bach leben, welche Wasserqualität dieser hat, welche ökologische und wirtschaftliche Funktion eine Wiese besitzt oder welche Lebewesen den heimischen Wald bewohnen. Die Schulstunden in der Natur sollen auch als Berufsorientierung dienen, um den Kindern und Jugendlichen Appetit auf das Arbeiten in und mit der Natur zu machen. Die Biologische Station Rhein-Berg, der :aqualon e. V. und das zdi-Netzwerk MINT-Rhein-Berg des Rheinisch-Bergischen Kreises arbeiteten eng zusammen, um den Jugendlichen die Feldstudien in der Natur zu ermöglichen.
Die Schüler weihten an der Dhünn auch Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke in ihre Forschungsergebnisse ein. Im Mittelpunkt stand dabei die Erkundung des Baches. Es wurden Gewässerproben genommen und dann unter dem Mikroskop untersucht. So offenbarte die Natur für die Kinder der Klasse 4 b viele ihrer Geheimnisse. „Was man kennt, da schützt man auch“, freute sich der Landrat über den Eifer der Schüler. Ihre Entdeckungsreise in die Natur bereiteten die Grundschüler zuvor im Unterricht vor. „Das Learning by Doing ist großartig“, zog Schulleiterin Margit Jost ein positives Fazit und betonte, dass das Erlebte und Entdeckte in den folgenden Unterrichtseinheiten wieder aufgegriffen würde. Auch Schulrätin Uschi Resch plä-dierte für das Lernen an außerschulischen Lernstandorten: „Was man selbst erfahren hat, kann man sich besser merken.“ Dieser Meinung waren auch die Kinder, die sich von dem Naturmobil und von ihren Entdeckungen sowie vielfältigen Erlebnissen an der Dhünn begeistert zeigten.
Kein Wunder, denn in dem Fahrzeug steckt auch jede Menge drin, wie Frank Herhaus, Geschäftsführer der Biologischen Station, vorstellte: „Es stehen 10 Stereomikroskope zum Betrachten kleiner Tiere und Pflanzen zur Verfügung. Mit Mikroskopkamera, Laptop und Monitor kann sich die Klasse die Ergebnisse des Blicks durch die Linse anschauen.“ Weiterhin verfügt das rollende Klassenzimmer über eine kleine Bibliothek, um Pflanzen und Tiere zu bestimmen. Mit Untersuchungsgeräten wie Bodenbohrer, Sauerstoffmessgerät, Thermometer und ph-Meter lassen sich weitere spannende Experimente durchführen. Es sind aber auch kleinere Utensilien wie Becherlupen, Handlupen, Pinzetten und Kescher zum Einsammeln und Begutachten von Tieren und Pflanzen mit an Bord.
Ab sofort rollt das Naturmobil durch den Rheinisch-Bergischen Kreis. Davor war aber ein großer Batzen Arbeit zu erledigen. „Wir haben zwei Jahre geplant. Jetzt sind wir glücklich, dass das Umweltmobil unterwegs ist“, berichtete Christoph Hölzer, Geschäftsführer des :aqualon e. V. und ergänzte, dass das Fahrzeug mit seinen vielen Forschungsinstrumenten bei der Biologischen Station Rhein-Berg auszuleihen sei. Der Besuch für eine Klasse kostet gerade einmal 195 Euro. Begleitet wird das rollende Klassenzimmer durch einen Mitarbeiter der Biologischen Station, der mit Rat und Tat zur Seite steht. Um die Kosten, die nicht deckend für den Betrieb sind, weiter zu senken, möchten die Biologische Station und der :aqualon e. V. einen Fonds ins Leben rufen, der weitere finanzielle Zuschüsse bei der Vermietung leistet. „Das Naturmobil kann man auch für eine Geburtstagsfeier ausleihen. Das ist dann etwas ganz besonderes“, meinte Landrat Dr. Hermann-Joef Tebroke.

Für die Anschaffung und konzeptionelle Entwicklung des Naturmobils und Gewässerkoffers haben sich viele Partner im ganzen Kreis zusammengeschlossen. Neben der Biologischen Sta-tion Rhein-Berg, dem: aqualon e. V. und dem zdi-Netzwerk MINT Rhein-Berg des Rheinisch-Bergischen Kreises engagierten sich Unternehmen, Schulen und Universitäten. Die Regional-verkehr Köln GmbH unterstützte bei der Beschaffung des Mobils, das zur Hälfte aus eigenen Mitteln der Biologischen Station Rhein-Berg sowie der :aqualon e. V. und zur anderen Hälfte aus Fördermitteln der Europäischen Union finanziert wurde.

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16 | 03 | 2016
Besonderes Kooperations-Angebot zur Umweltwoche: ADFC und die Bergische WasserkompetenzRegion :aqualon e.V. bieten geführte Radtour an. | mehr