








Schüler erkunden eine der größten Trinkwasser-Talsperren Deutschlands
Wasser ist eines unserer wichtigsten Güter. Im Rheinisch-Bergischen Kreis liegt eine der größten Trinkwasser-Talsperren Deutschlands, die Große Dhünn-Talsperre. Das Regionale 2010 Projekt :aqualon soll sich u.A. in Zukunft mit folgenden Fragestellungen beschäftigen: Wie gehen wir in Zukunft mit der Ressource Wasser um? Wie erhalten wir die hohe Qualität unseres (Trink-) wassers? Mit welchen Herausforderungen werden wir im Spannungsfeld zwischen Umweltschutz, Wasserversorgung und wirtschaftlicher Nutzung von Wasser und umgebender Landschaft konfrontiert?
Das Projekt :aqualon gestaltet das Einzugsgebiet der Dhünn mit seinen land- und forstwirtschaftlichen Flächen und seinen Siedlungsbereichen zu einem innovativen Modellraum für den beispielhaften Umgang mit Wasser und Raumentwicklung. Der Wupperverband und der Rheinisch-Bergische Kreis sind die Träger dieses Projektes, das zum regionalen Netzwerk der sog. :gärten der technik zählt. An allen sieben dieser Standorte entstehen in der gesamten Region Köln/Bonn außer(hoch)schulische Lernorte, die den Nachwuchs frühzeitig an die dort behandelten Zukunftsthemen heranführen sollen.
Einer dieser Orte liegt unterhalb der Großen Dhünntalsperre an der Loosenau am Lauf der Dhünn. In einer ehemaligen Pulvermühle, die nun ein Forsthaus ist, entsteht der Lernort, der das Lernen rund um das Thema Wasser außerhalb der üblichen Bildungseinrichtungen möglich machen wird.
In diesen Tagen nahm eine Klasse Neun der Gesamtschule Kürten erstmalig den Ort in Besitz und „erforschte“ die Umgebung. Themen wie eigenes Verhalten im Umgang mit Trinkwasser, Ermittlung von Gewässereinzugsgebieten und weitere wurden im Vorfeld bereits im Unterricht bearbeitet. Ganz nach dem Motto „Raus aus der Schule“ dienten die zwei Tage vor Ort der praktischen Vertiefung des in der Schule Erlernten.
Den Einstieg bildete am ersten Tag des Lehrgangs das Thema Wasserverbrauch. Im Vorfeld hatten die Jugendlichen zuhause ermittelt, wie hoch der eigene Trinkwasserbedarf pro Kopf ist. Der Wert beträgt rund 122l/Kopf. Erstaunen erzeugte bei den 25 Schülerinnen und Schülern, dass nur 2 Liter des Trinkwassers auch tatsächlich getrunken oder zur Nahrungszubereitung verwendet werden. Der Rest „verschwindet“ in der Toilette, der Dusche, der Waschmaschine – dies ergaben die ausgewerteten Protokolle der Schüler. Was rund um die Talsperre gewährleistet sein muss, um dieses so wertvolle Trinkwasser zu erhalten war ebenso Thema. Das Gebiet rund um die Talsperre muss besonders geschützt und behandelt werden.
Unter fachkundiger Anleitung der Mitarbeiter der Biologischen Station Oberberg wurde das Erlebte vertieft. Am Ende des ersten Lehrgangstags war allen klar, dass das Gebiet rund um die Talsperre und dessen Behandlung durch den Menschen (Land- und Forstwirtschaft, Umweltschutz und Bebauung) sehr wichtig ist für die Güte des Wassers in der Talsperre.
Am zweiten Tag konnten die Jugendlichen ihre Wünsche äußern, wie ihnen in Zukunft an dem entstehenden außerschulischen Lernort Wissen über den nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser vermittelt werden soll.
Ein abschließendes, improvisiertes Theaterstück vor den geladenen Eltern und Mitschülern zeigte die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit der Problematik des Zusammentreffens der verschiedenen Interessensgruppen an einem Ort, an dem ein sensibles System erforderlich ist, um Wasserqualität zu gewährleisten. In Rollen des Wasserverbandvertreters, des Umweltschützers, des Land- und Forstwirtes und des Touristikers wurden die unterschiedlichen Interessen dargestellt und diskutiert.
Abschließend erhielt jeder der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Nachwuchsgartens :aqualon eine Urkunde. Unterzeichner waren die Projektverantwortlichen: Bernd Wille (Vorstand des Wupperverbands), Rolf Menzel (Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises) und Dr. Reimar Molitor (Geschäftsführung der Regionale 2010 Agentur).
Für die Zukunft wünschen sich die Beteiligten eine umfangreiche Kooperation mit Schulen der Region.
Bilder: Regionale 2010